Cornelia Poletto: Arbeit muss Spaß bringen

Die Spitzenköchin Cornelia Poletto über 25 Jahre Leidenschaft, Qualitätsansprüche und Kühlanhänger, die so „cool“ sind, dass man darin schlafen möchte.

Justus Böckmann im Gespräch mit Cornelia Poletto

Cornelia, du bist Sterneköchin, betreibst eigene Restaurants, eine Bar, Kochschulen und trittst regelmäßig im Fernsehen auf. Was verbindet dich mit der Marke Böckmann?

In erster Linie verbindet mich mit Böckmann eine langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft. Und da Spitzenköchinnen zwischendurch auch ein Hobby haben – und dieses Hobby zufälligerweise mit Pferden zu tun hat – bin ich anfangs durch die Pferde mit der Familie Böckmann in Kontakt gekommen. 

Kann man sagen, dass du geritten bist, bevor du gekocht hast?

Ja, das kann man auf jeden Fall sagen! Meine erfolgreiche Reitkarriere (lacht) habe ich dann sozusagen gegen den Herd getauscht…

…„Pferd gegen Herd”...

Genau. Unsere Familie hat schon seit vielen Jahren eine große Leidenschaft für den Reitsport. Ich habe sie von meiner Mutter übernommen und meine Tochter von mir.

Und die ganze Familie war hoffentlich mit einem Böckmann Anhänger unterwegs.

Wir fahren alle Böckmann, das ist ja wohl klar (lacht)! Ich muss allerdings zugeben, dass mein allererster Anhänger eine andere Marke war. Der hatte noch eine unwahrscheinlich schwere Klappe. Als dann der schicke Böckmann kam, war das wirklich life-changing.

Das wird das Team freuen, denn wir konzipieren unsere Anhänger ja „aus der Praxis für die Praxis”...

... damit eben auch die Mädels alles alleine heben können.

Genau. Ich nehme an, du hast deine Tochter zu den Turnieren begleitet? 

Ja. Je ambitionierter meine Tochter ritt, desto mehr wandelte sich meine Rolle zum TT (Turniertrottel). Ich kann sehr gut einflechten, Zöpfe nähen und ich war natürlich zuständig für die wunderschönen Böckmann-Sattelkisten, die dann mit perfekt geputztem Sattelzeug zu den Turnieren fuhren.

Als Spitzenköchin setzt du heute auf Kühlanhänger von uns…

Ich habe dann tatsächlich den Pferdeanhänger gegen einen Kühlanhänger getauscht (lacht).

Was würden wir sehen, wenn wir heute die Tür des Fahrzeugs aufmachen?

Als ich meine Bar eröffnete und unser Catering-Geschäft wuchs, wurde das eine Notwendigkeit. Wenn man den Anhänger heute aufmacht, findet man dort auf den Punkt gekühlte Bierfässer, Champagner, Weine und alles, was wir an Softdrinks brauchen. Wir nutzen den Anhänger fest installiert vor unserer Bar als eine Art verlängerten Kühlraum und einen weiteren mobil für unser Catering.

Gibt es etwas, das deinem Team daran besonders gut gefällt?

Meinem Team gefällt der Anhänger so gut, dass sie bei Straßenfesten, gerade wenn es warm ist, am liebsten darin übernachten würden! Es hat sich einfach bewährt. Wir haben ein gutes System, können alles super stapeln und sind gleichzeitig mobil. Man kann ihn überall anschließen und hat nie das Problem, dass die Kühlkette unterbrochen wird – ein entscheidender Punkt im Catering!

Wir arbeiten gerne mit Profis wie dir zusammen, um jedes neue Anhänger-Modell mit deren Feedback weiter zu verbessern. Sind, wie in unserem Fall, deine Partnerschaften langfristig und entstehen daraus auch gewisse Vorlieben?

Absolut. Mein Motto ist: Wirklich gutes Essen kann nur aus wirklich guten Produkten entstehen. Die Qualität eines Lebensmittels ist genauso wichtig wie die Qualität des “Drumherums”. Daraus sind über die Zeit natürlich tolle Partnerschaften entstanden, die Verlässlichkeit mit sich bringen. Ich weiß dann: In der Pfanne auf dem Herd funktioniert das perfekte Steak

... und mit dem Kühlanhänger...

Ja, klar. Genauso, wie es keinen Spaß macht, mit stumpfen Messern zu arbeiten, zählt der erste Eindruck, den ein Gast hat. Wenn wir ein Catering ausrichten und auf den Hof fahren, ist alles total sauber, die ganze Ware kommt gekühlt an und man merkt: Die sind perfekt aufgestellt. 

Bei einem Anhänger weiß ich, wofür “Anhang erster Klasse steht”. Was macht dich so gut in dem, was du tust? Wodurch setzt ihr euch ab? 

Ganz wichtig ist ein hoher Qualitätsanspruch. Aber was nützt mir der beste Anhänger oder das schärfste Messer, wenn ich nicht richtig damit umgehe? Es geht um den Respekt vor dem Produkt, aber vor allem um die Menschlichkeit. Familien, die seit über 25 Jahren mit uns von der Hochzeit über Geburtstage bis hin zur Taufe alles ausrichten, haben dennoch jedes Mal das Gefühl: Diese Veranstaltung, dieses Essen ist nur für uns ausgewählt– Es ist immer individuell, immer auf den Gast abgestimmt. 

Und im Restaurant?

Ich kann noch so gut kochen, aber wenn ich keine tollen Servicemitarbeiter habe, die dem Gast das Gefühl geben: „Wie toll, dass Sie da sind, wir möchten Ihnen heute einen schönen Abend bereiten“ – dann funktioniert es nicht. Gerade in herausfordernden Zeiten ist das Thema Genuss so wichtig: Mit Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen, gutes Essen, schöne Momente – das ist unser USP, würde ich sagen. 

Man kann sagen, dass wir beide aus dem verarbeitenden Handwerk kommen. Siehst du dich als Handwerkerin?

Absolut. Ich sehe mich als Handwerkerin, natürlich mit Kreativität, aber die ist bei euch genauso gefordert. Wer sein Handwerk nicht versteht, wird auch nie ein guter Koch oder eine gute Köchin sein. Es gibt Dinge, die man nicht neu erfinden muss – eine tolle Spaghetti Bolognese bleibt ein Klassiker, der großartig ist. Trotzdem kommt es auf die Zutaten und eben das Handwerk an, diesem Gericht diesen kleinen Poletto-Touch geben zu können, der es noch einmal besonders macht. 

Wir feiern 70 Jahre Böckmann, und damit feiern wir vor allem die Böckmänner und -Frauen, die unser Unternehmen ausmachen. Was bedeutet ein gutes Team für dich?

Ohne ein gutes Team kann niemand erfolgreich sein. Wir haben gerade 25-jähriges Jubiläum von Poletto gefeiert. Wenn ich meine „Sterntaler“ sehe, meine Säulen im Unternehmen – meine Küchenchefin in der Kochschule ist seit 23 Jahren an meiner Seite, mit einem anderen Mitarbeiter habe ich schon ein Restaurant in Shanghai eröffnet – dann sind das Menschen, die eine große Rolle spielen und auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann.

Seht ihr euch als Familienunternehmen?

Wir sehen uns absolut als Familienunternehmen! 

Wir feiern in diesem Jahr, ihr habt im letzten Jubiläum gefeiert. Wenn du die 25 Jahre Revue passieren lässt, was waren die absoluten Highlights?

Die Highlights waren mit Sicherheit das “Erkochen” des ersten Michelin-Sterns. Das ist die größte Auszeichnung, die man als Köchin haben kann. Und damals gab es nur ganz wenige Frauen, die auf diesem Spitzenniveau kochten. Auch der Eckart-Witzigmann-Preis war eine riesige Ehre. Natürlich gehören auch das erste Kochbuch und die erste eigene TV-Sendung dazu. Es ist wichtig für jedes Unternehmen, sich breiter aufzustellen. Wenn im Januar mal keiner Wein trinkt, kann ich das mit den Einnahmen aus dem Medienbereich ausgleichen. So bleibt man auch in schlechten Zeiten stabil. Man muss also auch mal über den Topfrand hinausschauen.

Neben der Vergangenheit feiern wir auch die Zukunft. Daher, zum Schluss, mit all deiner Erfahrung: Was würdest du der jungen Generation mitgeben?

Wenn man für etwas brennt, macht man es mit Begeisterung. Und wenn man etwas gefunden hat, was einen erfüllt und Spaß bringt – Arbeit soll am Ende Spaß bringen – dann sollte man sich Ziele stecken und sich mit einem gewissen Einsatz, ohne geht es nicht, hocharbeiten. Das gehört dazu. Aber jeder Erfolg motiviert auch sofort wieder.  Ich glaube daher, dass es das Wichtigste ist, seiner Leidenschaft zu folgen und neugierig zu bleiben. 

Vielen Dank für das Gespräch.

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